<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0">
  <channel>
    <title>changement climatique</title>
    <link>https://www.ouvroir.fr/apropos/index.php?id=235</link>
    <description>Entrées d’index</description>
    <language>fr</language>
    <ttl>0</ttl>
    <item>
      <title>Catastrophes et capitalisme. Produire et tirer profit des feux de forêt dans les Landes de Gascogne (2022)</title>
      <link>https://www.ouvroir.fr/apropos/index.php?id=284</link>
      <description>Isabelle Desportes s’intéresse à la fabrique des catastrophes naturelles à travers l’exemple des feux qui ont ravagé, à l’été 2022, la forêt des Landes de Gascogne. Ces catastrophes sont qualifiées de naturelles alors qu’elles ne le sont pourtant pas : d’une part, parce que les activités humaines, via le réchauffement climatique, affectent de plus en plus la probabilité de survenance des phénomènes météorologiques qui les déclenchent ; d’autre part, parce que la vulnérabilité des territoires à ces risques est le produit de la dynamique d’accumulation du capital et de stratégies foncière dans la longue durée, tel que le développement forestier puis touristique dans le cas des Landes. Mais le capital trouve aussi à se déployer avec la catastrophe, soit que la prévention et la gestion des catastrophes soient traversées de logique néolibérale, soit que la catastrophe elle-même ouvre de nouveaux espaces à l’appropriation capitaliste. Der Aufsatz untersucht die Waldbrände in den Landes de Gascogne bei Bordeaux im Sommer 2022, die von den meisten Betroffenen als ein überwältigendes kollektives Ereignis erlebt wurden. Mehr als 30.000 Hektar Fläche wurden zerstört, über 50.000 Menschen evakuiert und rund 3.000 Feuerwehrkräfte aus 60 französischen Départements sowie sieben europäischen Ländern waren im Einsatz. Aufbauend auf drei Monaten Feldforschung in der Region (März – Mai 2025), einschließlich Geländebegehungen, Analyse von Sekundärermaterial und 35 halbstrukturierter qualitativer Interviews, wird das Spannungsfeld zwischen „verengten“ und „erweiterten“ Deutungs- und Handlungsspielräumen im Umgang mit Katastrophen beleuchtet. Die beiden von Bränden heimgesuchten Wälder unterscheiden sich in Topografie, Eigentumsstrukturen und Bewirtschaftungsformen. Rund um La Teste-de-Buch werden sie traditionell genutzt oder staatlich verwaltet, westlich der Gemeinde Landiras ist die Landschaft von privater Kiefer-Monokultur geprägt. Trotz dieser Unterschiede weisen beide Gebiete ähnliche, historisch verankerte Dynamiken der Risikoproduktion auf. Diese sind eng mit ökonomischem Nutzungsdruck verknüpft – sei es durch Übertourismus, Urbanisierung oder intensive Forstwirtschaft – häufig auf Kosten von Umwelt- und Risikoprävention. Der Aufsatz verfolgt zwei zentrale Ziele. Erstens wird aufgezeigt, wie das neoliberale Paradigma den Umgang vieler staatlicher und mächtiger privater Akteure mit den Waldbränden auf technische und individuelle Lösungsansätze verengt – etwa auf private Versicherungen, auf für Anlieger verschärfte Pflichten zur Räumung von Unterholz oder auf Investitionen in Überwachungs- und Brandbekämpfungstechnik. Zweitens wirft die Studie Licht auf kommunale und zivilgesellschaftliche Initiativen wie juristische Auseinandersetzungen um Risikopräventionspläne oder Proteste gegen neue Ölbohrungen auf verbrannten Flächen. Diese zeichnet aus, dass sie die lokale mit der globalen Ebene verknüpfen, eine größere zeitliche Skala anlegen (und damit historische Risikoproduktionsprozesse, den Klimawandel und die Rechte künftiger Generationen miteinbeziehen) und neue Themen einbringen: Forstpolitik, Korruptionsbekämpfung, den Erhalt öffentlicher Dienstleistungen oder die Rechte der Natur. Die Brände erscheinen somit sowohl als Symptom der Klimakrise als auch als Katalysator gesellschaftlicher Auseinandersetzungen. Eine systematische Integration sozialer und ökologischer Gerechtigkeitsfragen in die Katastrophendeutung sowie eine tiefgreifende sozio-ökologische Transformation – jenseits kapitalistischer Wachstumslogiken – erweisen sich als Voraussetzungen, um zukünftige Risiken gerechter und wirksamer zu bewältigen. </description>
      <pubDate>mer., 14 janv. 2026 10:56:12 +0100</pubDate>
      <lastBuildDate>mer., 21 janv. 2026 14:34:50 +0100</lastBuildDate>
      <guid isPermaLink="true">https://www.ouvroir.fr/apropos/index.php?id=284</guid>
    </item>
    <item>
      <title>Le capitalisme est-il compatible avec les limites écologiques ?</title>
      <link>https://www.ouvroir.fr/apropos/index.php?id=231</link>
      <description>Antonin Pottier examine, par une analyse conceptuelle, si le capitalisme peut être compatible avec des limites écologiques. Il s’efforce de définir et de clarifier le sens des termes employés, opposant par exemple la notion de limite à celles de frontière. Il montre alors que le capitalisme, entendu comme la logique d’accumulation du capital par des acteurs privés guidés par les perspectives de profit, ne contient pas de mécanisme interne permettant d’éviter le franchissement de frontières écologiques. Au contraire, la dynamique même de recherche du profit pousse à explorer les manières d’externaliser les coûts de production et donc à démultiplier les possibilités de franchir une frontière écologique. Der Artikel untersucht, ob der Kapitalismus mit den ökologischen Grenzen des Planeten vereinbar ist. Er unterscheidet zwei Arten von ökologischen Grenzen: Schranken und Schwellen. Ökologische Schranken sind absolute, unveränderliche Grenzen, etwa die Endlichkeit fossiler Energie oder seltener Rohstoffe, während ökologische Schwellen überschreitbare Grenzen sind, deren Überschreitung irreversible ökologische Kaskadeneffekte auslöst (z. B. Klimawandel, Verlust der Biodiversität). Der Kapitalismus, als ökonomisches System der privaten Initiative und Profitmaximierung, ist vereinbar mit den ökologischen Schranken. Die Verknappung von Ressourcen erzeugt steigende Preise, eröffnet neue Profitchancen, schafft Anreiz zur Substitution: Knappheit ist im Kapitalismus ein Antrieb, kein Hemmnis. Mit den ökologischen Schwellen hingegen ist der Kapitalismus grundlegend unvereinbar. Präventive Selbstbeschränkungen sind notwendig, um zu vermeiden, Schwellen zu überschreiten. Doch da der Kapitalismus auf der privaten Gewinnorientierung beruht, fehlen ihm die kollektiven Mechanismen, um solche Begrenzung durchzusetzen. Selbst wenn Kapitalisten ein Interesse am Einhalten der ökologischen Schwellen hätten, scheitert kollektives Handeln an dem Trittbrettfahrer-Effekt: jeder wird den Weg der maximalen Rentabilität verfolgen, in der Hoffnung, dass die anderen die Kosten tragen. Außerdem werden die Folgen einer Überschreitung der ökologischen Schwellen erst spät sichtbar, und deshalb von der Marktlogik nicht rechtzeitig berücksichtigt. Bis hier wurde der Kapitalismus als reine Logik des privaten Profits verstanden. Man kann sich aber fragen, ob man zum selben Schluss kommt, wenn der Kapitalismus nun als historisch-institutionelles System betrachtet wird. Mit dieser Herangehensweise existiert der Kapitalismus historisch nie „rein“, sondern immer in enger Verflechtung mit dem Staat und anderen gesellschaftlichen Institutionen. Er wird je nach Epoche unterschiedlich reguliert, und deswegen sind seine ökologischen Wirkungen nicht mehr bestimmt, sondern kontextabhängig. Staatliche oder internationale Regulierungen können zwar ökologische Schwellen schützen, die sowohl lokal als auch global sind (z. B. Ozonschicht mit dem Montrealer Protokoll), aber diese Regulierungen scheitern meist bei globalen ökologischen Schwellen wie Klimawandel. Unter den im Artikel dargestellten Erklärungen scheint die Theorie der Verlagerung der Kosten von Karl William Kapp die überzeugendste zu sein. Unternehmen verlagern ökologische und soziale Folgekosten auf die Allgemeinheit, indem sie Verschmutzungskosten nicht selbst tragen. Die staatliche Regulierung reagiert darauf meist zu spät und kann immer nur einzelne Schäden korrigieren, während die kapitalistische Dynamik fortlaufend neue Externalitäten hervorbringt, bis das Regulierungssystem aus verschiedenen Gründen überfordert ist: zu lange Reaktionszeiten, mächtige Koalitionen von Partikularinteressen, schwierige Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Regulierungsebenen. Der Artikel kommt daher nicht zu dem Schluss, dass der Kapitalismus mit allen Grenzen unvereinbar ist, wohl aber, dass seine innere Dynamik ihn dazu treibt, immer neue ökologische Schwellen zu überschreiten, bis er unweigerlich eine tatsächlich überschreitet. </description>
      <pubDate>mer., 14 janv. 2026 10:06:47 +0100</pubDate>
      <lastBuildDate>mer., 21 janv. 2026 14:18:44 +0100</lastBuildDate>
      <guid isPermaLink="true">https://www.ouvroir.fr/apropos/index.php?id=231</guid>
    </item>
  </channel>
</rss>