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    <title>innovation</title>
    <link>https://www.ouvroir.fr/apropos/index.php?id=220</link>
    <description>Entrées d’index</description>
    <language>fr</language>
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      <title>Les modèles Amish. Veto technologique et crise environnementale</title>
      <link>https://www.ouvroir.fr/apropos/index.php?id=218</link>
      <description>Frédéric Graber se penche sur l’articulation entre innovation et écologie, à partir de l’exemple des Amish. En 2020, le président français Emmanuel Macron avait raillé les opposants écologistes à l’introduction de la 5G, en les renvoyant à un supposé « modèle Amish », technophobe et passéiste. Cet événement est révélateur d’un paradoxe de nos sociétés occidentales, qui se pensent « modernes », au sens où elles seraient en mesure de façonner leur propre destin, par exemple de répondre au défi du changement climatique, mais refusent simultanément de discuter des effets sociétaux des choix technologiques, considérant l’innovation comme intrinsèquement bonne, non pas seulement pour le système économique, mais plus généralement pour l’avenir des sociétés. La particularité des Amish réside justement dans leur réflexion approfondie sur les effets sociétaux des technologies, qu’ils peuvent modifier, brider ou refuser, selon leurs conséquences potentielles sur leur mode de vie. De ce fait, ils pourraient sembler incarner un modèle alternatif, permettant de répondre aux défis environnementaux du monde contemporain. Cela dit, sans être technophobes, les Amish ne sont pas franchement écologistes non plus. Revenir sur les « modèles Amish », c’est tenter de penser les contradictions dans lesquelles nos sociétés sont enfermées. Im Jahr 2020 war die Einführung einer neuen Mobilfunktechnologie (5G) in Frankreich Gegenstand einer Kontroverse über die Zweckmäßigkeit einer solchen energieintensiven Innovation und über das Fehlen von Studien zu ihren Auswirkungen. In diesem Zusammenhang verspottete der französische Staatspräsident Emmanuel Macron in einer mittlerweile berühmt gewordenen Rede die ökologischen Kritiker, indem er sie als Vertreter eines „Amish-Modells” bezeichnete, das technikfeindlich und rückwärtsgewandt sei. Es gebe nur einen einzigen möglichen Weg, nämlich den der Innovation, und jede Infragestellung, jede Diskussion zu diesem Thema müsse unweigerlich zur Akzeptanz der neuen Technologien führen. Das ist ein Paradox: Diese Rede ist symptomatisch für eine Gesellschaft, die sich als „modern” versteht, die beansprucht, ihr Schicksal selbst in der Hand zu haben, handlungsfähig zu sein und insbesondere Herausforderungen wie den Klimawandel bewältigen zu können, zugleich aber erklärt, dass man über technologische Entscheidungen und ihre gesellschaftlichen Folgen nicht diskutieren könne, weil Innovation an sich gut sei. Die Amish bilden eine Gruppe, die sich genau mit dieser zentralen Frage der gesellschaftlichen Auswirkungen von Technologien auseinandersetzt. Da sie konservativen Werten und Praktiken verbunden sind, legen sie Wert darauf, Innovationen im Voraus zu diskutieren, um zu beurteilen, wie diese ihre Welt verändern könnten. Entgegen dem oft verbreiteten Stereotyp sind die Amisch keineswegs technikfeindlich. Sie haben sogar maßgeblich zur Entwicklung der Landmaschinen im 19. Jahrhundert beigetragen. Aber sie nehmen Techniken nicht einfach an, ohne sich ihren Auswirkungen bewusst zu werden. Sie können bestimmte Technologien bei Bedarf modifizieren und einschränken, um sie ohne Risiko nutzen zu können, aber sie können auch echte Vetos einlegen. Diese Besonderheit ist in der Technikgeschichte wohlbekannt. Ihre Bedeutung, auch für andere Gesellschaften, wird jedoch kaum anerkannt, vor allem weil die Amisch für „unmodern” gehalten werden, als gehörten sie einer anderen Zeit an. Das ist jedoch nicht der Fall: Sie sind Teil der US-amerikanischen Gesellschaft und vollständig in die lokalen und globalen Wirtschaftsmärkte integriert. Sie sind auch keine Umweltschützer: Die Anerkennung von Umweltproblemen ist mit wissenschaftlichen und administrativen Institutionen verbunden, denen sie sehr misstrauisch gegenüberstehen. Das „Amish-Modell”, sofern es existiert, ist also vielschichtiger als es scheint. </description>
      <pubDate>mer., 14 janv. 2026 09:56:08 +0100</pubDate>
      <lastBuildDate>mer., 21 janv. 2026 14:14:02 +0100</lastBuildDate>
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